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Zecken bei Tieren

Zecken stellen nicht nur für den Menschen eine große Gefahr dar, sondern auch für Haustiere. Hunde und Katzen, die besonders gern im Unterholz oder in hohem Gras schnüffeln und jagen, sind besonders gefährdet. Denn die Zecken sind für die vierbeinigen Freunde nicht nur lästig, sondern können ebenfalls gefährliche Krankheiten übertragen. Zum Problem werden die Parasiten für Haustiere vor allem in ländlichen Regionen, wo es die Haustiere gewohnt sind, dass sie ihre Streifzüge auch im Alleingang machen können. Das gilt vor allem für die freiheitsliebenden Katzen. Das Herrchen oder Frauchen sollte den vierbeinigen Freund nach jedem Aufenthalt im Freien gründlich nach Zecken absuchen. Wegen des dichten Felles ist das nicht unbedingt einfach. Doch der Tierarzt kann Präparate empfehlen, die sowohl gegen Flöhe als auch gegen Zecken helfen. Diese müssen regelmäßig auf das Fell aufgetragen werden, dann werden die Parasiten in der Regel abgetötet, bevor sie überhaupt die Chance haben, Blut zu saugen und eine Krankheit zu übertragen.

Welche Krankheiten können übertragen werden?

Zu den häufigsten Erkrankungen, die Zecken bei Hunden übertragen können, gehört die Borreliose mit ihren unangenehmen Folgen. Vor allem die Gelenke an den Läufen können stark anschwellen, weshalb der Hund unter Schmerzen bald unter Schmerzen leidet und lahmt. Auch Organe und das Nervensystem können angegriffen werden. Sobald die Krankheit ausgebrochen ist, gibt es eine sehr zeitintensive Therapie, die aber nicht in jedem Fall erfolgreich verläuft. Für Hunde gibt es allerdings eine Borreliose-Impfung.

Von der Auwaldzecke, die ursprünglich rund um das Mittelmeer beheimatet ist, sich aber immer weiter gen Norden ausbreitet, wird Babesiose überwiegend an Hunde übertragen. Von der Symptomatik her ähnelt die Babesiose der Malaria, weshalb sie auch "Hundemalaria" genannt wird. Auslöser dieser Krankheit sind einzellige Sporentierchen, die durch Zecken übertragen werden. Grundsätzlich ist kein Säugetier davor gefeit, an Babesiose zu erkranken.

Während des Urlaubs am Mittelmeer können sich Hunde außerdem mit Ehrlichiose infizieren. Diese Krankheit wird von Bakterien ausgelöst und beispielsweise durch die Braune Hundezecke übertragen. Gefährdet sind vor allem Welpen. Zu den Symptomen gehören unter anderem Blutungen, Fieber und Erbrechen. Diese Krankheit lässt sich mit Antibiotika.

Auch Hunde und Pferde können - wenn auch seltener als der Mensch an FSME erkranken. Die ersten Fälle bei Hunden sind seit etwa 30 Jahren dokumentiert. FSME verläuft bei Hunden üblicherweise sehr schwer, sodass das Tier nicht selten eingeschläfert werden muss. Ein Impfstoff steht für Tiere nicht zur Verfügung, und auch die Krankheit selbst kann nicht behandelt werden, sondern nur die Symptome.

Auch die Anaplasmose wird durch Bakterien ausgelöst, welche nach dem Zeckenbiss die Blutzellen der Wirtstiere befallen. Prinzipiell kann jedes Säugetier erkranken, wobei eine Übertragung auf den Menschen eher selten ist. Behandelt wird die Anaplasmose mit einer Antibiotika-Therapie. Zu den weiteren Krankheiten, welche Tiere befallen können, gehören das Colorado-Zeckenfieber, Heartwater, das Q-Fieber, die Indische Waldkrankheit, das Südafrikanische Fleckfieber, das Rocky Mountain Fleckfieber, Zecken-Rückfallfieber und die Tularämie.

Ein wirksamer Schutz für das Haustier

Die Borrelioseimpfung sollten sich Hundebesitzer in jedem Fall leisten. Sie ersparen ihrem Gefährten dadurch Schmerzen und im schlimmsten Fall ein qualvolles Ende. Für alle Haustiere stehen sogenannte "Antiparasitika" zur Verfügung, die direkt auf die Haut, meist im Bereich des Nackens, aufgetragen werden. Diese verteilen sich anschließend über den gesamten Körper und sammeln sich in den obersten Schichten der Haut. Sie verderben Zecken den Appetit an der Mahlzeit und töten Parasiten ab. Auch spezielle Zeckenschutz-Halsbänder stehen zur Verfügung, die ein Gift gegen die Parasiten enthalten.

Wie beim Menschen sollte auch bei Tieren der Einsatz von Hausmitteln wie Knoblauch oder Leinöl tabu sein. Deren Wirkung ist nicht gesichert, zudem verleiten sie möglicherweise zu einem leichtsinnigen Verhalten, weshalb die Zeckengefahr unterschätzt wird.


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