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FSME

FSME gehört zu den gefürchtetsten Krankheiten, die von Zecken übertragen. Sie greift das Nervensystem an und kann im Extremfall zum Tod führen.

Gefürchtet sind die Zecken, weil sie Überträger der gefährlichen Frühsommer-Meningoenzephatilis (FSME) sind. Ausgelöst wird diese Krankheit, die das zentrale Nervensystem des Menschen angreift, vom FSME-Virus. Dieses Virus wird beim Zeckenbiss aus der Speicheldrüse des Parasiten übertragen. In den Risikogebieten, die sich in Deutschland vom Alpenrand über Bayern und Baden-Württemberg bis in den Süden Hessens, Thüringens und von Rheinland-Pfalz erstrecken, sind bis zu fünf Prozent der Zecken mit dem Virus infiziert. Doch nicht jeder Stich durch eine FSME-infizierte Zecke führt auch zwangsläufig zu einem Ausbruch der Erkrankung. Sie bricht etwa bei jedem dritten Menschen, der von einer Zecke gebissen wurde, aus.

Es handelt sich bei FSME um eine Entzündung der Hirnhaut oder des Gehirns, weshalb man im Volksmund auch von Hirnhautentzündung spricht. 2009 wurden 313 Fälle registriert, im folgenden Jahr 260 und 2011 schließlich 423. Ob und warum die Krankheit ausbricht, ist noch nicht geklärt. Allerdings scheint das Alter eine Rolle zu spielen. Denn bei älteren Patienten wird ein schwererer Krankheitsverlauf beobachtet, als bei jüngeren. Betroffen sind etwa doppelt so viele Männer wie Frauen.

Symptome und Krankheitsverlauf

Charakteristisch für FSME ist der Krankheitsverlauf in zwei Phasen. Die ersten Symptome treten in einem Zeitraum zwischen zwei und 20 Tagen nach der Infektion auf. In der ersten Phase klagen die Patienten über grippeähnliche Symptome Kopf- und Gliederschmerzen und Fieber. Da FSME vorwiegend in den Sommermonaten zwischen Juni und August auftritt, können diese Anzeichen auch leicht mit einer Sommergrippe verwechselt werden. Das Fieber klingt nach etwa einer Woche wieder ab. Mit etwas Glück haben die Patienten die Infektion dann überstanden.

Doch bei einem Teil der Patienten kommt es wenige Tage später zu einem erneuten Fiebergipfel mit Körpertemperaturen von bis zu 40 Grad. Das ist ein deutliches Anzeichen dafür, dass das zentrale Nervensystem von der Krankheit befallen ist. Weitere Symptome wie Erbrechen und heftige Kopfschmerzen können hinzukommen. Im harmloseren Fall leiden die Patienten unter einer Hirnhautentzündung, in der schweren Form unter einer Gehirnentzündung, bei dem das gesamte Gehirn betroffen ist. In diesem Stadium kann es im Extremfall zu Bewusstseinsstörungen bis hin zu Lähmungen oder zum Koma kommen.

Spätfolgen der FSME

Vor allem, wenn die Krankheit bis zum Rückenmark fortschreitet, leidet ein großer Teil der Patienten noch nach Jahren unter Spätfolgen wie Lähmungserscheinungen, Gleichgewichtsstörungen, bis hin zu Sprechstörungen. Nur etwa 20 Prozent der Betroffenen gesunden wieder vollständig.

Gibt es eine Therapie?

Sobald FSME ausgebrochen ist, kann sie medizinisch nicht behandelt werden. Die Ärzte konzentrieren sich dann darauf, die Symptome zu behandeln. In besonders schlimmen Fällen müssen die Patienten sogar auf der Intensivstation behandelt und unter Umständen künstlich beatmet werden. Umso wichtiger ist die Vorbeugung. Den einzigen wirkungsvollen Schutz gegen FSME verspricht bei einem Aufenthalt in Risikogebieten die FSME-Impfung.

Bei etwa 30 Prozent der Patienten, vor allem bei Erwachsenen, werden nach dem akuten Abklingen der Erkrankung noch neurologische Defizite festgestellt. Diese werden mit neurophysiologischem Training, Logopädie und Physiotherapie zumindest abgemildert. Insgesamt ist die medizinische Prognose aber günstig, vor allem bei jüngeren Patienten. Nachdem die Patienten eine FSME-Infektion überstanden haben, besteht bei ihnen eine lebenslange Immunität gegen den Virus.


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