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Babeiose

Die parasitäre Erkrankung Babeiose, die durch Schildzecken übertragen wird, betrifft in erster Linie Tiere. Nachdem sich die Auwaldzecke zunehmend in Deutschland ausbreitet, ist die Erkrankung auch hier auf dem Vormarsch.

Babesiose ist eine Krankheit, die rund um das Mittelmeer auftritt, beim Menschen aber eher selten ausbricht. Umso gefährdeter sind Tiere wie Hunde, Ziegen, Schafe, Rehe und Rinder. Ausgelöst wird die Krankheit von Babesien. Dabei handelt es sich um einzellige Parasiten, die sich an den roten Blutkörpern von Wirbeltieren festsetzen. Als Überträger gelten verschiedene Arten von Schildzecken, die sich auch in Deutschland zunehmend verbreitet.

Symptome und Diagnose

Bei Menschen tritt die Babeiose nur relativ selten auf, gefährdet sind vor allem Menschen, deren Immunsystem angeschlagen oder defekt ist. Zu den typischen Symptomen gehören Muskelschmerzen, Müdigkeit und Fieber. Weil Babeiose der Malaria ähnelt, spricht man gelegentlich von "Hundemalaria".

Diagnostiziert wird Babeiose durch gefärbte Blutausstriche, also mit einem direkten Parasitennachweis per Mikroskop. Das gelingt vor allem bei einer hohen Dichte an Parasiten sehr gut. Alternativ kann im Labor eine sogenannte Polymerase-Kettenreaktion durchgeführt werden, um das Erbgut der Parasiten im menschlichen Blut nachzuweisen. Ein weiterer Hinweis auf die Babeiose können auch ein zu niedriger Anteil an weißen Blutkörperchen, Veränderungen an roten Blutkörperchen oder zu dunkler Urin sein.

Der Nachweis ist schon in der Tiermedizin, wo die Babeiose weiter verbreitet ist als beim Menschen, schwierig. Der Grund: Dieselben Veränderungen im Blutbild können auch durch andere Krankheitserreger hervorgerufen werden. Nachweisen lässt sich die Krankheit frühestens zehn Tage nach der Infektion. Aus der Tiermedizin ist auch bekannt, dass Babeiose durch die Plazenta von der Mutter auf das ungeborene Kind übertragen werden können. In der Humanmedizin fehlen aufgrund der geringen Fallzahlen entsprechende Erkenntnisse.

Die Therapie

Die Behandlung der Babeiose beim Menschen erfolgt zweigleisig: Zum einen werden die möglichen Symptome wie Fieber oder Blutarmut behandelt. Zum anderen kommt die sogenannte Kausaltherapie zum Einsatz. Das bedeutet: Der Erreger wird direkt bekämpft. Dazu werden Antibiotika, wie sie auch zur Behandlung von Malaria eingesetzt werden, verwendet. Bewährt hat sich beispielsweise die Kombination Chinin und Clindamycin oder als Alternative die Präparate Azithromycin und Atovaquon. Beide Kombinationen werden bis zu zehn Tage lang verabreicht.


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